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Stumpfe Trainingswaffen aus Holz, Aluminium und Stahl. Ob Langschwert, Rapier, Dolch, Säbel oder Stock – die verschiedensten historischen Fechtsysteme werden trainiert. (Foto: Thorsten Piepenbrink)
Sicherheit geht grundsätzlich immer vor: Obwohl die Säbel stumpf sind, wird der Kopf durch eine Fechtmaske geschützt. (Foto: Thorsten Piepenbrink)
Im historischen Fechten werden originale Techniken eingesetzt, die für das Sportfechten zu ‚realistisch‘ sind, und die Trainingssäbel sind auch schwerer. Deswegen wird im Freikampf zum Schutz spezielle Polsterkleidung getragen. (Foto: Thorsten Piepenbrink)
Wer betreibt historisches Fechten und warum?
Ob 22, 32, oder 47 Jahre, ob Erzieherin, Mediendesigner oder Controller – viele Menschen in ganz unterschiedlichen Lebenssituationen betreiben historisches Fechten:
„Schon als kleiner Junge war ich von Ritter und Fantasy-Filmen, von den Schwertkämpfen ganz besonders begeistert. Beim olympischen Sportfechten fehlte mir aber immer das Authentische. Beim historischen Fechten habe ich die wahre, ursprüngliche Schwertkampfkunst gefunden!“
Thomas, 42 Jahre, Journalist.
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„Kämpfende Männer mit Schwertern hatten für mich schon immer etwas Starkes. Nie hätte ich gedacht, dass eine Frau – speziell ich – das auch könnte. Doch nun schwinge ich seit einiger Zeit mein eigenes Schwert und bin sehr angetan von den Feinheiten der Technik und dem gegenseitigen Respekt in der Gruppe. Und es macht einfach Spaß!“
Sabine, 47 Jahre, Erzieherin
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„Anfangs haben meine Freunde und ich auf freiem Feld wild aufeinander eingeschlagen – wir erkannten aber schnell, dass uns Anleitung fehlte. Beim Training hier habe ich nicht nur Technik und Wissen vermittelt bekommen, sondern auch dank der Leute und guten Stimmung untereinander ein Hobby gefunden, welches besser nicht sein könnte.“
Simon, 29 Jahre, Controlling-Leiter
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„Beim historischen Fechten kann ich meine körperliche Koordination schulen, die Fitness verbessern und mir dabei noch einen Kindheitstraum erfüllen.“
Holger, 47 Jahre, Sozialpädagoge
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„Ich fechte mit dem Langschwert, weil es eine Kampfkunst ist, die direkt aus der Kriegsführung und dem gerichtlichen Zweikampf überliefert ist – sie wurde nie ‚versportlicht‘ oder reglementiert. Für mich liegt da der Reiz an der historischen Echtheit.“
Ingo, 32 Jahre, Mediendesigner
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„Ich habe eine außergewöhnliche Sportart gesucht, die ohne den Leistungsdruck anderer Vereine auskommt. Beim historischen Fechten bin ich fündig geworden.“
Jenny, 22 Jahre, Studentin
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„Bereits als Kind war ich von Abenteuerromanen und Mantel-und-Degen-Filmen fasziniert. Später kam noch das Interesse für die Geschichte des 17. und 18. Jahrhunderts. Beim historische Fechten kann ich beide Leidenschaften verbinden und ein Stück weit ausleben.“
Bennet, 32 Jahre, Historiker
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Der Historiker Stefan Dieke (Jahrgang 1969) ist hauptberuflicher Lehrer für die historischen Kampfkünste Europas.
Historisches Fechten wird von Menschen aller Altersklassen und Lebenslagen betrieben.
Historische Fechten ist keine schwerfällige und langsame Kraftangelegenheit, sondern schnell und dynamisch, eine Frage der richtigen Technik.
Historisches Fechten ist das Trainieren der authentischen historischen Kampfkünste Europas.
Historisches Fechten umfasst die verschiedensten Zeitalter und ganz unterschiedliche Hieb- und Stichwaffen. Die Bandbreite reicht vom Mittelalter bis zum 19. Jahrhundert, von Schwert und Schild über Stangenwaffen, den Dolch, das Langschwert, Rapier und Säbel bis hin zum Ringen und unbewaffneten Nahkampf.
Historisches Fechten ist authentisch, da es auf den in den so genannten Fechtbüchern überlieferten Lehren und Methoden der alten Meister beruht. Die älteste erhaltene Quelle ist die um 1300 entstandene Handschrift I.33, die den Kampf mit Schwert und kleinem Faustschild (Buckler) erklärt.
Historisches Fechten ist eine Kampfkunst im ursprünglichen Sinne, kein Kampfsport. Die Techniken stammen aus einer Zeit, in der Fechten kein Sport war, sondern Selbstverteidigung – keine Sache von Punkten und „Dabei sein ist alles“, sondern eine Angelegenheit auf Leben und Tod. Die Geisteshaltung beim historischen Fechten ist demnstsprechend urwüchsiger und „rustikaler“ als bei gewöhnlichen Kampfsportarten.
Was unterscheidet historisches Fechten vom Schaukampf?
Historisches Fechten wird oft mit dem Schaukampf, wie man ihn auf Ritterspielen und Mittelaltermärkten sieht, verwechselt. Historisches Fechten ist allerdings etwas ganz anderes.
Beim Schaukampf geht es darum, ein Publikum zu unterhalten – eine möglichst spektakuläre Show zu bieten. Historisches Fechten wirkt in den seltensten Fällen spektakulär. Manchmal passiert ganz lange gar nichts, manchmal geht es sofort los. Wenn man angreift, dann macht man das in der Regel, um den Gegner auch schon mit diesem Angriff zu treffen. Und wenn das gelingt, dann ist der Kampf auch schon vorbei! Hier spielt das Publikum gar keine Rolle.
Beim Schaukampf werden also nur Techniken verwendet, die für das Publikum möglichst spektakulär und für den Partner möglichst ungefährlich sind. Beim historischen Fechten werden alle bekannten Techniken eingesetzt, um den Gegner zu überwinden.
Was unterscheidet historisches Fechten vom modernen Sportfechten?
Rein äußerlich und nur auf den ersten Blick ähneln einige Disziplinen im historischen Fechten dem modernen Sportfechten. Von den eingesetzten Waffen, der Technik und der Geisteshaltung her, ist historisches Fechten aber total verschieden.
Zunächst werden unterschiedliche Waffen verwendet, beispielsweise kommt das Langschwert im Sportfechten gar nicht vor. Aber auch Degen und Säbel unterscheiden sich in Gewicht und Form von den modernen Sportversionen sehr deutlich.
Ebenso sind viele der historischen Techniken im modernen Sportfechten nicht erlaubt – beispielsweise die zweite Hand zu verwenden, oder in den Ringkampf überzugehen. Beim historischen Fechten kommen alle Techniken zum Einsatz, die die alten Meister überliefert haben.
Der wichtigste Unterschied ist die Geisteshaltung: Beim historischen Fechten geht man davon aus, dass der Kampf echt, die Trainingswaffe wird als scharf und spitz angesehen. Es geht nicht darum, als Erster eine bestimmte Punktzahl zu erreichen, sondern darum, selbst nicht getroffen zu werden und den Gegner möglichst schnell und effektiv kampfunfähig zu machen.
Ist historisches Fechten nur eine Frage der Kraft?
Durch Ritterspiele und ähnliche Veranstaltungen wird oft der Eindruck vermittelt, dass Schwertkampf in früheren Zeiten nur eine Frage der Kraft sei, der Sieg immer dem Stärkeren gehöre. Dieser Eindruck ist völlig falsch – nicht Kraft, sondern die richtige Technik entscheidet!
Wenn die Körpermechanik nicht stimmt, Beinstellungen oder Armhaltungen falsch sind, kann auch noch so viel Kraft nicht verhindern, dass die eigene Abwehr von der gegnerischen Klinge durchbrochen wird. „Wenn soll stark wider stark sein, so gesiegt allemal der Stärker“, bemerkte dazu bereits im Jahr 1389 ein anonymer deutscher Fechtmeister. Das Beherrschen der richtigen Technik führt dazu, „dass ein Schwacher mit seiner Kunst schiere gesiegt, als ein Stärker“.
Ist das Training gefährlich? Wie schützt man sich?
Wie bei fast allen Sportarten besteht auch beim Historischen Fechten ein gewisses Verletzungsrisiko. Selbstverständliche werden keine scharfen Waffen verwendet, sondern Trainingswaffen, die stumpf und flexibel sind, um das Verletzungsrisiko so gering wie möglich zu halten.
Lange bevor es zu einem kämpferischen Vergleich zwischen zwei Fechtern kommt, trainieren die Schüler der „Alten Kampfkunst“ kooperativ miteinander. Denn zunächst müssen die künstlichen, idealen Bewegungen und Bewegungsabläufe so verinnerlicht werden, dass Sie vollkommen intuitiv erfolgen können. Ist das erreicht handelt der Trainingspartner immer weniger kooperativ, die Übungsabläufe werden variabler und der Druck so langsam erhöht. Dabei kommt dann moderne Schutzausrüstung zum Einsatz – beispielsweise Fechtmasken, Polsterhandschuhe, Schienbeinschoner usw.
Die Haupt-Kurse: Sie finden zu festen Zeiten innerhalb der Woche abends statt.
# Langschwert (Spätmittelalter)
# Säbel (18. und 19. Jahrhundert)
# Bartitsu
Besondere Seminar-Themen: Sie werden in regelmäßigen Block-Seminaren am Wochenende oder auf spezielle Anfrage unterrichtet.
# Rapier / Reitschwert
# Stangenwaffen
# Dolchkampf
Die Haupt-Kurse kurz erklärt
Mittelalterliches Langschwert: Das Langschwert ist eine rund 1,30 lange, zweihändig geführte Waffe mit rund 1 m langer zweischneidiger Klinge. Entgegen der populären Mythen beträgt das Gewicht allerdings nur 1,5 bis 2 kg! Die Blütezeit erlebt das Langschwert im 14. und 15. Jahrhundert.
Das Fechten mit dem Langschwert ist keineswegs eine reine Kraftangelegenheit, sondern ein ausgeklügeltes System mit vielfältigen, komplexen Techniken. Unterrichtet wird die deutsche Schule nach Meister Johannes Liechtenauer (14. Jahrhundert), die von vielen Meistern des Spätmittelalters und der Renaissance in so genannten Fechtbüchern überliefert wurde.
Säbel: Im 18. und 19. Jahrhundert ist der gekrümmte Säbel die wichtigste Hieb- und Stichwaffe überhaupt. Die historischen Säbeltechniken sind nicht mit dem modernen olympischen Sportfechten zu vergleichen. Einerseits sind die modernen Sportsäbel viel zu leicht – sie stellen keine realistischen Waffen dar – andererseits begrenzen das Punktesystem und die Regeln die fechterischen Möglichkeiten sehr stark. Historisches Fechten mit dem Militärsäbel beinhaltet die volle Bandbreite an Techniken und Taktiken. Gleichzeitig ist es auch für Neueinsteiger gut zu erlernen.
Bartitsu: Ein historisches Selbstverteidigungssystem, das um 1900 entwickelt wurde und eine Mischung aus vier verschiedenen Elementen darstellt:
1) Boxen 2) Jiu-Jitsu 3) Savate – ein französisches Kampfsystem mit Fuß- und Fausttechniken 4) Verteidigung mit dem Spazierstock
Die Seminar-Themen kurz erklärt
Rapier / Reitschwert: Das Rapier ist jene Waffe, die man landläufig mit dem Begriff „Degen“ verbindet, und die in Filmen wie „Die drei Musketiere“ oder „Zorro“ zu sehen ist. Das Rapier war im 16. und 17. Jahrhundert Bestandteil der Kleidung, wurde zur Selbstverteidigungszwecken und für das Duell benutzt. Für den militärischen Einsatz gab es mit dem Reitschwert eine Spezialversion.
Unterrichtet wird das originale Rapierfechten des 16. Jahrhunderts, wie es von dem deutschen Fechtmeister Joachim Meyer um 1570 überliefert wurde.
Stangenwaffen: Spieße oder Piken waren bevorzugte Waffen der Landsknechte. Der Umgang wurde mit einem Holzstab von 2,50 m Länge – der so genannten „halben Stange“ – trainiert. Auch hier wird nach der Überlieferung von Fechtmeister Joachim Meyer (1570) unterrichtet.
Dolchkampf: Der Dolch diente in Mittelalter und Renaissance zur Selbstverteidigung im Alltag. Die Fechtmeister im 15. und 16. Jahrhundert lehrten den bewaffneten Nahkampf mit dem Dolch, wobei Hebel und Würfe sowie auch Schläge und Tritte zum Einsatz kamen.